Rückblick 2021 – Gewinne und Chancen für KMU und Anleger

Auch das Jahr 2021 war geprägt von demselben Thema wie das Vorjahr: der Covid-Pandemie. Im Gegensatz zu 2020 sah es dieses Jahr jedoch nicht ganz so düster aus. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wo die Licht- und Schattenseiten für Schweizer KMU und Anleger im Jahr 2021 lagen, und mit welchen spannenden Trends im kommenden Jahr zu rechnen ist.

Jahr 2021

KMU erholen sich im ersten Halbjahr deutlich von der Krise

Während im Jahr 2020 die Produktionsstätten fast auf Null heruntergefahren wurden und viele KMU ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt haben, lief im Frühjahr 2021 die Produktion in vielen Betrieben wieder an. Dies führte dazu, dass im Mai 2021 das Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle (KOF) einen historischen Höchstwert erreichte.

Ein solcher Trend war weltweit zu verzeichnen, denn nicht nur in der Schweiz wurden Produktionsstätten wieder in Betrieb genommen und das öffentliche Leben hochgefahren. Nach einer sehr langen Zeit des Verzichts stieg das Verlangen nach Konsum weltweit an. Der Schweizer Aussenhandel verzeichnete im dritten Quartal 2021 einen Höchstwert. Der Export stieg darin um 3,7% auf einen Wert von CHF 63,1 Milliarden. Damit verbesserte sich das Exportgeschäft im fünften Quartal in Folge und liegt nun seither deutlich über dem Vorkrisenniveau.

Die absoluten Profiteure waren in diesem (und auch im Vorjahr) die Schweizer Pharma- und Chemieunternehmen, deren Erfolg massgeblich zu dem positiven Gesamtergebnis beitrug.

Doch auch Unternehmen aus anderen Industriezweigen haben die Krise (fast) unbeschadet überstanden. So meldete die Schweizer Uhrenindustrie im August ein Exportplus von 11,5% im Vergleich zum Jahr 2020. Mit diesem Ergebnis ist die traditionelle Schweizer Vorzeigeindustrie fast wieder auf demselben Niveau wie im Jahr 2019.

Positive Meldungen kamen auch aus der Schweizer MEM-Industrie (Maschinen, Elektro, Metall): die Exporte zogen im ersten Halbjahr 2021 kräftig an um 15,6%. Verantwortliche blickten in den ersten beiden Quartalen deutlich optimistischer in die Zukunft als letztes Jahr um diese Zeit.

Abkühlung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte

Nach der Euphorie im ersten Halbjahr 2021 trat in den Folgemonaten etwas Ernüchterung ein. Das KOF-Konjunkturbarometer fiel in den vier Monaten nach Mai 2021 stetig, ist jedoch immer noch über seinem langjährigen Mittelwert von 100 Punkten. Diese Abkühlung ist kein Schweizer Phänomen, sondern kann auf der ganzen Welt beobachtet werden.

Der Grund für das Abflauen der weltweiten Wirtschaft liegt in den unterbrochenen Lieferketten und der hohen Nachfrage nach Rohstoffen und Energie. Da weltweit die Wirtschaft fast zeitgleich wieder hochgefahren wurde, können Rohstoff- und Energielieferanten die überwältigende Nachfrage nur spärlich bedienen. Hohe Preise für Energie und Rohstoffe schmälerten daher den Umsatz von Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte, oder trugen dazu bei, dass weniger als geplant produziert werden konnte.

Viele Chancen für Anleger in der ersten Jahreshälfte

Wie auch das Jahr 2020 war 2021 ein Jahr, das viele Chance für Anleger bot. Mit dem Hochfahren der Weltwirtschaft stiegen auch die Kurse an der Börse kräftig. Die steigende Nachfrage nach Konsumgütern liess vor allem die Aktienkurse von produzierenden Unternehmen in die Höhe schnellen. Wer als Anleger hier rechtzeitig eingestiegen ist, konnte sich über satte Gewinne freuen.

Nachdem die Erholung der Konjunktur stagnierte, bzw. sich langsamer entwickelte als erwartet, gaben die Kurse wieder nach. Das dritte Quartal 2021 war geprägt von steigenden Inflationsentwicklungen und Zweifeln an den Notenbanken. Der Aufwärtstrend am Aktienmarkt war damit vorerst erledigt und die Kurse stagnierten. Einzig der Rohstoffhandel – insbesondere im Energiesektor (Erdgas, Rohöl) – konnte im dritten Quartal 2021 anziehen.

Was bringt das Jahr 2022 …

… für KMU?

Das kommende Jahr wird Gewinner und Verlierer hervorbringen. Im Jahr 2020 wurden viele Unternehmen staatlich unterstützt, um sich über Wasser zu halten. Dadurch sank die Anzahl von Insolvenzen auf einen Tiefststand. Durch das Wegfallen der staatlichen Unterstützung für KMU wird es 2022 jedoch voraussichtlich zu mehr Unternehmensinsolvenzen kommen als in den beiden Vorjahren. Insbesondere davon betroffen werden Unternehmen sein, die schon vor der Krise finanziell angeschlagen waren, oder es während der Krise nicht geschafft haben, sich zu erneuern.

Es gibt jedoch auch zahlreiche KMU, für die die Krise eine Chance war und die nun gestärkt ins neue Jahr starten. Top-Thema für sehr viele Unternehmen während der Pandemie und danach war bzw. ist die Digitalisierung und der technologische Fortschritt.

Viele KMU haben erkannt, dass der Weg in die Zukunft digital ist, und haben schon während der Krise angefangen, ihre Prozesse zu digitalisieren und zu automatisieren. In diesem Bereich werden die Investitionen auch in den kommenden Jahren weitergehen, damit die Schweizer KMU ihre Stellung behaupten können.

… für Anleger?

Für Anleger bietet das kommende Jahr viele interessante Möglichkeiten, an der nun wieder in Fahrt kommenden Konjunktur zu partizipieren. Am 1. Oktober 2021 hat die Schweizer Börse ein neues Aktiensegment namens Sparks ins Leben gerufen. Dabei können Anleger ab dem 1. Januar 2022 gezielt in Aktien von Schweizer KMU investieren. Es gibt bereits jetzt einige Unternehmen, die daran Interesse haben, und momentan die Weichen für einen Börsengang stellen.

Experten gehen davon aus, dass die derzeitigen weltweiten Lieferprobleme noch bis ins erste Quartal 2022 anhalten werden. Aufgrund der steigenden Inflation und den hohen Energie- und Rohstoffpreisen sollte zunächst nicht mit einem starken Aufwärtstrend an den Märkten gerechnet werden. Es wird jedoch erwartet, dass sich die Lage ab der zweiten Jahreshälfte bis spätestens 2023 wieder normalisiert, die Inflation sinkt und sich die weltweite Wirtschaft einpendelt.

Unternehmen werden viel zu tun haben, denn die Haushalte haben nach fast zwei Jahren des Verzichts einen erhöhten Nachholbedarf im Konsumbereich. Für Anleger bedeutet das gute Aussichten auf Rendite an der Börse.

Dadurch, dass KMU erkannt haben, wie wichtig die Digitalisierung und Industrie 4.0 sind, ergeben sich jedoch neben der Börse auch noch andere lukrative Investitionsmöglichkeiten. Um ein Schweizer KMU direkt bei der Umsetzung seines Digitalisierungsprojekts zu unterstützen, können sich Anleger beispielsweise per Crowdlending auf neocredit.ch an der Finanzierung von KMU beteiligen.

Beim Wiederaufbau der Schweizer Wirtschaft kann so eine Win-Win-Situation entstehen: Schweizer KMU legen den Grundstein, um sich auch in Zukunft an der Weltspitze zu behaupten; Anleger unterstützen sie dabei und streichen nebenbei eine stabile jährliche Rendite ein. So gehen beide gestärkt aus dem Krisenjahr 2021 hervor in eine hoffentlich weniger turbulente Zukunft.

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